Die Bepflanzung des Bodenfilters erfolgt in der oberen Zone,
wobei pro Quadratmeter fünf Wasserpflanzen, in erster Linie
Schilf und Rohrkolben, gesetzt werden.
Es gibt über 150 zur Bepflanzung geeignete Arten. Stellvertretend
dafür sollen vorgestellt werden.
(Phragmites australis)
Das Schilf ist die einzige Art der Sumpfpflanzen, die mit den
Wurzeln oder Rhizomen vertikal und horizontal wandert. Dabei wird
der Boden durch die Wurzeln bis über 2 m tief aufgeschlossen.
Das Schilf ist eine Halblichtpflanze und kommt häufiger an
stickstoffreichen Standorten vor. Setzt es sich nach einer Anwachsphase
erst einmal durch, ist es an diesem Standort immer herrschend
und verdrängt andere Arten. Im Abwasser wächst das Schilf
wie in seinem natürlichen Standort. Neben der Eigenschaft
hohe organische Belastung vertragen zu können, gilt das Schilf
als Nährstofffresser. In Schilfbeständen von Abwasser
beeinflußten Standorten kann es zu erhöhten Blattlausbefall
kommen. Marienkäfer sorgen allerdings für eine Dezimierung
des Schädlings. Bei einem Nährstoffüberangebot
wachsen die Pflanzen sehr schnell und haben ein weniger gut ausgeprägtes
Festigungsgewebe. Sie können leichter umknicken. Der Flächenzuwachs
beträgt ca. 3 m² pro Jahr. Der Wurzel- und Rhizomzuwachs
beträgt 3-6 kg Trockensubstanz pro Jahr und m² sowie
200 Triebe pro m².
(Typha latifolia)
Der breitblättrige Rohrkolben ist gekennzeichnet durch seinen
braunen Kolben, in dem die Samen zur Vermehrung aufgehoben sind.
Auf feuchten, lehmigen Böden kann er sich zu tausenden aussamen,
keimen und schnell wachsen, so die entsprechende Konkurrenz fehlt.
Der Rohrkolben ist eher ein Flachwurzler und wird durch Schilf
und Teichbinse zurückgedrängt. Vorteilhaft ist die Einsatz
bei eher flachen horizontal durchströmten Pflanzenbecken.
Rohrkolben kann wie auch das Schilf bis zu 2m hoch wachsen und
transportiert hohe Einträge von Sauerstoff in den Wurzelbereich.
Die starken Rhizome sind empfindlich gegen Druck und Trockenheit.
Der Flächenzuwachs beträgt ca. 7 m² pro Jahr.
(Acorus calamus)
Der Kalmus stammt ursprünglich aus Südasien und ist
gekennzeichnet durch seinen schraubigen Blütenkolben. Kalmus
wächst sehr gut in nährstoffreichem Abwasser. Die Rhizome
können eine stärke von mehreren Zentimeter entwickeln.
Aus Rhizomen und Blättern des Kalmus gewinnt man eine Magen-und
Schleimhautmedizin, welche dem Trinkwasser beigefügt eine
bakterizide Wirkung hat. Der Kalmus ist eine bestandsbildende
Art. Allerdings kann er durch Schilf stark zurückgedrängt
werden.
(Iris pseudacorus)
Die Sumpfschwertlilie ist ein halbschatten verträgliches
Gewächs. Auch sie liebt stickstoffhaltige, nährstoffreiche
Standordbedingungen. Ihre gedrungenen, weit verzweigten Rhizome
werden von halbzentimeterdicken Ankerwurzeln gehalten. Die Samen
der Pflanze weisen eine gute Keimfähigkeit auf, wodurch die
generative Vermehrung sehr einfach ist.
Einzelne Pflanzengruppen haben in Pflanzenkläranlagen auch
gegen die weit höherwuchsigen Schilf und Rohrkolben eine
gute Überlebenschance. Auch kleinwüchsigere Arten vertragen
sich mit der Schwertlilie sehr gut. Sumpfschwertlilien in Pflanzenkläranlagen
tragen u.a. dazu bei, daß sich eine gewisse Vielfalt gegenüber
Großröhrichtbestanden in Monokultur entwickeln kann.
Becken mit Schwertlilien sind vor allem für das Auge ansprechend,
da die Pflanzen bunt blühen können.
(Schoenoplectus lacustris)
Die Teichbinse ist eine Licht benötigende Sumpfpflanze, die
wie das Schilf als Nährstofffresser gilt. Sie besitzt ein
dichtes, sehr stabiles Wurzel- und Rhizomgeflecht, welches sich
dicht unter der Oberfläche ausbreitet. Die Teichbinse kann
sich an die unterschiedlichsten Abwasserverhältnisse sehr
gut anpassen und verträgt hohe organische und Nährstoffbelastungen.
Sie gilt als bestandsbildend und oft herrschend. Im Herbst verliert
sie ihre Halme nicht . Erst nach dem Neuaustrieb im Frühjahr
zerfallen die Halme. Teichbinsen sind in Mitteleuropa bis zu einer
Seehöhe von 1000 m und mehr zu finden.